7. März 2017 1 Kommentar

Die Zauberformel fürs Recruiting (Teil 2)

Kartonwürfel mit Aufdruck "Strategie"

Der richtige Text, ein ansprechendes Bildmotiv – was ist entscheidend, damit Ihre Personalwerbung von Ihrer Zielgruppe wahrgenommen wird? Ist es pures Glück, ein bisschen Magie oder effektives Handeln? Heute wollen wir mehr Gewissheit: Welches Vorgehen, welches Medium ebnet den Weg zum Top-Kandidaten? Welche Präsenzen eignen sich am besten, um Bewerber anzusprechen?

Eine wichtige Teilstrecke sind Sie bis hier schon gegangen. Dank einiger interner Abstimmungen (und vielleicht sogar der Unterstützung Ihrer Personalmarketing-Agentur) haben Sie ein textlich sowie visuell ansprechendes und zielgruppengerechtes Anzeigenkonzept auf die Beine gestellt. Jetzt gilt es, die Wege zu definieren, um Ihr Angebot zielsicher an den Mann beziehungsweise an die Frau zu bringen.

Medienauswahl: Kanäle sinnvoll bündeln und vernetzen

Idealerweise ist Ihre Vakanz bereits auf Ihrer Karriere-Website hinterlegt. Diese ist einer Ihrer zentralen Kanäle für Ihre Bewerberkommunikation oder sollte es zumindest in Kürze werden. Hier suchen Interessenten nach Informationen zum Arbeitgeber, zur Firmenphilosophie, zu Unternehmenswerten, nach Einblicken in den Arbeitsalltag und vielleicht sogar schon nach einer Möglichkeit, sich direkt bei Ihnen zu bewerben.

Die Karriere-Website ist ergänzend zu Ihren medialen Präsenzen, wie Print- und Online-Anzeigen oder Ihren Social-Media-Profilen, eine der ersten Anlaufstellen für potenzielle Kandidaten. Hier finden sich im Idealfall alle notwendigen Details zur Vakanz, gegebenenfalls weiterführende Informationen und natürlich die richtigen Ansprechpartner für Rückfragen zur ausgeschriebenen Position.

Aber nun mal „Butter bei die Fische“: Was bestimmt Ihre Medienauswahl bisher? Das „Entweder-oder“? Wählen Sie den traditionellen Weg über Printmedien oder schwören Sie auf Jobbörsen, weil Sie dort (statistisch gesehen) auf die meisten Jobsuchenden treffen? Warum versuchen Sie es nicht mit der Variante „Sowohl-als-auch“?

Clever kombiniert, bündeln Sie nämlich so die Stärken der Medienkanäle, sparen Zeit sowie Geld und potenzieren die Chance, die richtigen Bewerber für sich zu gewinnen. Sie fürchten den Aufwand? Dank Ihres Anzeigenkonzeptes sind Sie bereits bestens vorbereitet und das Rüstzeug, um Print wie Online gleichermaßen die richtige Ansprache zu wählen, stellen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung. Alles Weitere ist mit ein wenig Unterstützung ein Klacks und zahlt sich aus. Inwiefern? Das sagen wir Ihnen gern.

Online: bei Recruitern und Jobsuchenden beliebt

Reichweiten sind wichtig – nicht ohne Grund wählen wir die Medien, von denen wir uns zunächst einmal viele Kontakte versprechen. Von Reichweiten profitieren Sie aber nur dann, wenn Sie die richtigen Zielpersonen ansprechen können. Grob unterteilt, setzen sich die potenziellen Kandidaten für Ihre Vakanz aus zwei Gruppen zusammen: Die aktiv Suchenden und die latent Suchenden. Insbesondere zu den Letztgenannten gehören jene hoch qualifizierten Fach- und Führungskräfte, die (vermutlich auch von Ihnen) händeringend gesucht werden, sich aber aktuell in einem festen Arbeitsverhältnis befinden. Was bedeutet das nun ganz konkret für Ihre Medienauswahl?

Die aktiv Suchenden lassen sich ideal über Jobbörsen und -suchmaschinen ansprechen. Gemäß der aktuellen Candidate Journey Studie 2017 vertrauen die meisten Jobsuchenden auf allgemeine Jobbörsen (z. B. monster, stepstone, stellenanzeigen). Knapp ein Drittel der Befragten haben über diesen Weg ihre aktuelle Arbeitsstelle gefunden. Großer Vorteil: Die Jobbörsen sind der Allgemeinheit bekannt und halten eine Vielfalt an unterschiedlichen Jobangeboten bereit. Zudem lässt sich die Suchfunktion für diverse Berufsfelder und für Regionen spezifizieren – ein komfortabler Zugang für Suchende.

Nicht jeder Besucher Ihrer Onlinestellenanzeige wird sich zwangsläufig bewerben. Es sind etliche (hundert) Visits erforderlich, bis ein Kandidat sich für Ihre Unternehmen entscheidet und seine Bewerbung abschickt. Warum erhöhen Sie nicht Ihre Chancen, indem Sie die beliebten Generalisten kombinieren? Damit erreichen Sie zeitgleich eine Vielzahl an Kandidaten, die aktiv auf der Suche nach einer neuen beruflichen Perspektive sind.

Print: noch zeitgemäß oder derweil ausgedient?

Wo treffen Sie aber nun die besagten latent Suchenden an? Die Kräfte, die eigentlich keinen Jobwechsel fokussieren, gegenüber neuen beruflichen Herausforderungen aber grundsätzlich aufgeschlossen sind. Die Schaltung in Jobbörsen ist an dieser Stelle verwirkt. Sie müssen Medien wählen, die den Mediennutzungsgewohnheiten Ihrer Zielgruppe entgegenkommen, um dort ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Insbesondere die Lektüre von branchenrelevanten Fachmedien und renommierten Wochen- und Tageszeitungen gehört bei Führungskräften noch immer zum Pflichtprogramm. Nach wie vor stehen diese Medien für Qualität und Glaubwürdigkeit. Zahlreiche Fachmedien, etwa das Deutsche Ärzteblatt oder die VDI nachrichten, sind elementare Informationsquellen für die entsprechenden Berufsgruppen. Als authentisches Spiegelbild des aktuellen Zeitgeschehens werden Titel, wie die F.A.Z./F.A.S. oder die Süddeutsche Zeitung, gewertet und – als bewusster Kontrast zur digitalen Informationsflut – am Wochenende in Ruhe gelesen. Auch ein Blick in den Stellenmarkt kommt da nicht zur kurz.

Warum nutzen Sie also nicht die Gelegenheit, Ihre Zielgruppe im redaktionellen, themen­spezifischen Umfeld anzusprechen und einen Perspektivwechsel zu initiieren? Dies gilt im Übrigen auch für Lokalzeitungen. Sie sind neben den Lokalradios das Medium für Nachrichten aus der Region und ein sehr guter Weg, um Fachkräfte zu erreichen. Neben der gedruckten Ausgabe verzichtet kaum ein Verlag darauf, sein Angebot inklusive Stellenmarkt auch digital zur Verfügung zu stellen. So sind Sie doppelt präsent und informieren zugleich die Leser der Print- und der digitalen Ausgabe.

Strategie statt Zauberformel

Überlegen Sie stets sorgfältig: Wie und wo erreichen Sie Ihre Zielgruppe? Unterscheiden Sie je Position. Fragen Sie beispielsweise im Fachbereich nach, welche Medien in der Regel oder zumindest häufiger genutzt werden. Selbstverständlich können Sie auch jederzeit Ihre Agentur zurate ziehen.

Und nun zurück zur Ausgangsfrage, die Sie für sich vermutlich schon längst beantwortet haben: Wie lautet die gesuchte Zauberformel? Unsere Antwort: Es braucht kein Hokuspokus oder Abrakadabra, wenn Sie Ihr Recruiting strategisch aufbauen. Geizen Sie nicht mit Ihren Arbeitgebervorzügen, Ihrem individuellen Angebot und den Möglichkeiten, mit Kandidaten in Kontakt zu treten – medial wie persönlich. Vergessen Sie nicht, dass Personalgewinnung nicht mehr wie vor 20 Jahren funktioniert. Heute zählen Lösungen, die dem Bewerber entgegenkommen und die Potenziale des Recruiting-Marktes (sinn-)voll ausschöpfen.


Autorin: Tina Kalthöfer

Titelbild: pixabay.com: © kaboompics

Tina Schwarze

ist Ihre Ansprechpartnerin für alle Anfragen rund ums Thema Öffentlichkeitsarbeit. Im Blog schreibt sie vorwiegend zu den Themen Personalmarketing und Employer Branding.

Kommentare

  • Florian sagt:

    Ich bin davon überzeugt, dass Fachmagazine noch ein langes Leben vor sich haben. Man muss sich bewusst sein, dass man mit Fachmagazinen nur eine gewisse Zielgruppe in der Branche erreicht. Jene, die kontinuierlich am Markt interessiert sind (oder sein müssen) werden damit garantiert erreicht. Und ganz ehrlich wer will diese Kandidaten nicht ;). Zudem sind Anzeigen, die progessiv wirken, grundlegend zu bevorzugen. Warum? Weil ich die Fehlerquote des Bewerbers, die bei der Suche nach Berufsbezeichnungen auf Onlineportalen ausschließen kann. Ich frage mich, wie viele Jobanzeigen nicht oder wenig aufgerufen werden, weil die Ontologie nicht passt.

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