24. April 2017 Keine Kommentare

Facebook, Instagram, WhatsApp und Co. – muss das denn immer sein?

Instagramansicht auf einem Smartphone

Während viele Unternehmen die Frage für sich schon längst beantwortet haben, gibt es bei anderen noch immer große Unsicherheiten. Wann ist eine Kommunikation über diese Kanäle angebracht und wann verfehlt? Macht es überhaupt Sinn, diese vielleicht eher privaten Kanäle für die Unternehmens- und Bewerberkommunikation zu nutzen? Wir sagen: Ja, auf jeden Fall.

Schnell ein paar Zeilen getippt, ein Foto oder Video hinzugefügt und Emojis dürfen natürlich auch nicht fehlen … Abermillionen Posts werden via WhatsApp, Facebook, Instagram und Co. abgesetzt, verschickt und geteilt. Wenn Sie meinen Vater fragten, den man klassischerweise der Generation der Baby-Boomer zuordnen würde, ob das alles wirklich nötig ist, erhalten Sie ein klares Nein. Und doch hatten wir erst kürzlich in großer Familienrunde (mit einer Altersspanne von 5 bis 82 Jahren) sehr viel Spaß mit den aktuellen Snapchat-Filtern und haben neben der Einrichtung neuer Profil­bilder die Schnappschüsse an Freunde und Bekannte verschickt. Ist das nun schrecklich exzen­trisch oder mittlerweile vollkommen normal?

Messenger: selbstverständlich, oder?

Familien-, Kollegen-, Klassen-Chats bei WhatsApp, Vereins- und Interessensgruppen bei Facebook – das alles ist schon sehr praktisch. Mit einer Nachricht erreiche ich binnen Sekunden eine große Anzahl an Kontakten und kann diese mit (mal mehr, mal weniger) spezifischen Infos versorgen. Absoluter Renner sind lustige oder besonders emotionale Bildmotive und Kurzvideos, die einem bisweilen mehrfach in verschiedenen Gruppen begegnen.

Im privaten Umfeld funktionieren soziale Medien sehr gut. Für den kurzen und schnellen, all­täglichen Informationsaustausch sind sie unschlagbar und stellen andere Kommunikationsmittel derweil in den Schatten. So manches Telefonat wird durch die eine oder andere Kurznachricht ersetzt (– ob das immer zielführend ist, sei dahingestellt). Beeindruckend ist vor allem die Reaktions­geschwindigkeit: Eine Antwort wird nämlich zumeist ziemlich prompt erwartet. Wie sieht es nun aber mit der Verwendung im Unternehmenskontext aus?

Social Media Recruiting: Alter Hut oder up to date?

Vor einigen Jahren galt der Einsatz von Social Media im Recruiting beziehungsweise im Per­sonal­marketing als das Nonplusultra. Absolut gehypt, sollten soziale Medien klassische Recruiting-Wege und -Kanäle ersetzen können. So ist es nicht gekommen, das wissen wir. Nicht allzu lang ist es her, da wurde das Ganze bereits wieder totgesagt. Das Denken in Extremen ist immer so eine Sache für sich.

Social Media ist für HR durchaus eine attraktive Option. Die Netzwerke haben sich als Zusatzkanäle im Recruiting-Mix etabliert und bieten echte Chancen, denn sie haben das Potenzial, Bewerber an das Unternehmen heranzuführen. Insbesondere Ziele, wie die Steigerung der Unternehmens­be­kanntheit und der Aufbau sowie die Stärkung der Arbeitgebermarke, werden durch den Social-Media-Einsatz deutlich begünstigt.

Als Unternehmen können Sie Ihre Kommunikation natürlich auch jederzeit werblich verstärken. Die Netzwerke wissen um den Wert Ihrer Daten und bieten etliche Werbeformate an, die ziel­gruppen­genau ausgespielt werden können. Dazu zählen auch Job Ads, die etwa in der Timeline potenzieller Kandidaten landen und zielsicher auf das Stellenangebot oder auf eine Landingpage, beispielsweise Ihrer Personal-Image-Kampagne, verweisen. Damit erreichen Sie auch jene, die eigentlich gar nicht aktiv auf der Suche nach einem neuen Job sind, und gewinnen deren Aufmerksamkeit.

Soziale Netzwerke: Ausreichend seriös?

Aber ist die Einbindung von Social Media in die Unternehmenskommunikation auch wirklich seriös? Lässt sich das, was sich im Privaten bereits etabliert hat, auch für den beruflichen Kontakt sinnvoll nutzen? Ja, durchaus. Denn jede werbliche Kommunikation – und dazu gehört eben auch die Personalwerbung – passt sich idealerweise den Gewohnheiten der Zielgruppe an, denn so lässt sich eine möglichst hohe Akzeptanz erwarten. Heute geht es nicht nur um den bloßen Konsum von Informationen. Es geht vor allem um (Inter-)Aktion. Und das war in Form von Liken/Disliken, Sharen und Kommentieren noch nie so einfach.

Nun lässt sich die private Art zu kommunizieren, nicht eins zu eins auf die berufliche Kom­muni­kation übertragen. Aber sie darf sich durchaus annähern – auch ganz ohne Imageverlust. Wer sich entscheidet, Medien wie Instagram oder WhatsApp (oder weitere Kanäle) für die Unter­nehmens­kommunikation zu nutzen, büßt nicht automatisch an Seriosität ein.

Schließlich definieren Sie optimalerweise in Ihrer Content-Strategie, inwiefern Sie Inhalte auf­be­reiten und verwenden, welche Tonalität für die Zielgruppenansprache geeignet und für Sie als Unternehmen vertretbar ist. Nur Mut: Wer den direkten Austausch nicht scheut – und das sollten Sie als HRler ja eigentlich nicht –, wird profitieren. Vermutlich sind Sie ohnehin bereits in den Netzwerken präsent, im schlechtesten Fall ohne es zu wissen. Vielleicht nutzen Sie den Gedanken­an­stoß für einen Zwischencheck oder melden sich einfach bei uns ;-)



PS: Sie kennen Personen oder Kampagnen, die außergewöhnlich gut oder in einer ganz neuen Weise Messenger oder Netzwerke fürs Personalmarketing einsetzen? Dann erzählen Sie uns davon oder schlagen diese direkt für den Titel Personalmarketing Innovator 2017 oder Personalmarketing Innovation 2017 vor!


Autorin: Tina Kalthöfer

Titelbild: pexels.com: © Fancycrave

Tina Schwarze

ist Ihre Ansprechpartnerin für alle Anfragen rund ums Thema Öffentlichkeitsarbeit. Im Blog schreibt sie vorwiegend zu den Themen Personalmarketing und Employer Branding.

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