15. November 2018 Keine Kommentare

Recruiting Insights: Welche Recruiting-Kanäle sind erfolgreich und wie wollen Bewerber angesprochen werden?

Die effektivsten Recruiting-Kanäle zu finden und sodann Jobsuchende mit dem eigenen Jobangebot zu überzeugen, das ist bisweilen gar nicht so einfach. Und dann ist da noch der Fachkräftemangel … Oh je. Als Recruiter braucht man eine gute Strategie und überzeugende Maßnahmen. Zudem helfen ein paar Tipps, die zeigen, wie andere denken und handeln. Vergessen Sie dabei nie die Talente, um die es eigentlich geht. Diese wünschen sich nämlich allem voran aussagekräftige und wahrheitsgemäße Informationen über den Job sowie den zukünftigen Arbeitgeber.

    Erfolgreich rekrutieren durch die optimale Wahl der Recruiting-Kanäle und die richtige Zielgruppenansprache. Das ist das A und O im Recruiting. Deswegen suchen wir alle stets nach den optimalen Lösungen. Damit es gut oder noch besser läuft. Und doch heißt es so häufig: „Es fehlt an Fachkräften, da kann man nichts machen“. Ja, das mag zum Teil stimmen. Der Fachkräftemangel ist in bestimmten Berufen oder Berufsgruppen präsent. Aber ist die Situation gänzlich aussichtslos? Nein. Denn es gibt noch viele Kandidaten, die gewonnen werden möchten. Man muss aber wissen wie. Denkanstöße geben aktuelle Studienergebnisse.

    81 % können sich einen Jobwechsel vorstellen

    Gute Aussichten. Gemäß der Studie Recruiting Insights von Stepstone können sich 81 % der 30.000 befragten Fach- und Führungskräften aus Deutschland einen Jobwechsel vorstellen. Diese Gruppe informiert sich regelmäßig über die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt. Für rekrutierende Unternehmen stehen die Chancen also ganz gut. Denn auch grundsätzlich zufriedene Arbeitnehmer schließen einen Jobwechsel nicht kategorisch aus. Allerdings muss das Angebot nachhaltig überzeugen. Fachkräfte wissen nämlich um ihre gute Lage auf dem Arbeitsmarkt.

    Erfolgreiche Recruiting-Kanäle aus Sicht von Recruitern und Jobsuchenden

    Bevor das Angebot überzeugen kann, muss die Zielgruppe davon wissen. Eine der wichtigsten Informationsquellen bleibt die Karriereseite der Unternehmen. Diese ist laut Recruiter einer der wirkungsträchtigsten Kanäle zur Mitarbeitergewinnung. Das ergab die Befragung im Zuge der Recruiter Experience Studie 2018 von meta HR und stellenanzeigen.de.

    Abbildung über die erfolgreichsten Recruiting-Kanäle

    Quelle: Recruiter Experience Studie 2018: meta HR, stellenanzeigen.de

    Dabei variiert der Erfolg abhängig von der Unternehmensgröße und demgemäß von der Bekanntheit des Arbeitgebers. Konzerne (> 5.000 Mitarbeiter) ziehen beim Recruiting via Karrierewebseite eine bessere Bilanz als KMUs (< 250 Mitarbeiter). Jobsuchende scheinen die Karriereportale von Konzernen häufiger aufzusuchen als jene von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Entscheidend ist zudem, welches attraktive Bild sich dort den Nutzern bietet. Dazu aber später mehr.

    Online-Jobbörsen sind bei Jobsuchenden hoch im Kurs

    Ähnlich gut schneiden gemäß der Recruiter Experience Studie die generalistischen Online-Jobbörsen wie stellenanzeigen.de, monster.de oder stepstone.de ab. 69 % der Recruiter bewerten diese als erfolgreiche Recruiting-Channel. Für Jobsuchende spielen sie ebenfalls eine große Rolle. Das zeigen die Recruiting Insights von Stepstone. 88 % der Aktiv-Suchenden und 86 % der Passiv-Suchenden nutzen diese, um sich über Jobs zu informieren.

    Die Befragten, die in den vergangenen 12 Monaten gewechselt haben, haben zumeist hier ihren Job entdeckt. Das dürfte die Jobbörsen sehr erfreuen.

    Grafik: Über welchen Recruiting-Kanal haben Sie die aktuelle Stelle gefunden?

    Quelle: Jobsuche im Fokus. StepStone Recruiting Insights 2018

    Business-Netzwerke sind nicht zu unterschätzen

    Auch Business-Netzwerke wie XING und LinkedIn werden von 42 % der Recruiter als erfolgreich eingestuft. Von Relevanz scheinen die Netzwerke vor allem für Passiv-Suchende zu sein. Denn über die Hälfte der Befragten (56 %) halten sich hier auf dem Laufenden.

    Der Vorteil: Zum einen bieten die Netzwerke attraktive Kontaktmöglichkeiten. Für Recruiter, Sourcer und Jobsuchende gleichermaßen. Zum anderen werden Mitglieder auf Wunsch kontinuierlich mit aktuellen und passenden Jobangeboten versorgt.

    Beschönigtes Bild in Stellenanzeigen enttäuscht Bewerber

    Wie sieht eine gute Zielgruppenansprache aus? Das ist wohl eine der Kernfragen im Recruiting. Schließlich gilt es, Talente für das eigene Unternehmen zu gewinnen. Gerade im offensichtlich hochfrequentierten Jobbörsen-Umfeld ist das Angebot groß. Umso stärker muss das Eigene herausstechen.

    Was zeichnet eine gute Stellenausschreibung aus?

    • ein aussagekräftiger, prägnanter Jobtitel, der zum Suchverhalten der Zielgruppe passt
    • ansprechende Aufgaben: übersichtlich dargestellt, ausformuliert ohne Doppelungen
    • ein strukturiertes Profil: in Stichpunkten, häufig lesen Kandidaten hier quer
    • ein überzeugendes Angebot durch ansprechende, authentische Benefits
    • eine unkomplizierte Kontaktmöglichkeit durch Angabe des vollständigen Namens, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, ggf. weitere Möglichkeiten der Bewerbung

    Bringen Sie Ihre Botschaften präzise auf den Punkt. Bewerber wünschen sich klare und vor allem wahrheitsgemäße Aussagen über den Job. Sprechen Sie dabei die Sprache der Bewerber. Formulieren Sie aus deren Sicht. So kurz wie möglich, so lang wie nötig. Ohne Floskeln, dafür aber animierend, wertschätzend und authentisch. Entspricht das kommunizierte Bild nicht der Realität, merken das Bewerber beziehungsweise neu gewonnene Kollegen schnell.

    Grafik: Entsprach das in den Stellenanzeigen und im Bewerbungsprozess kommunizierte Bild der Unternehmenskultur und der Realität im Unternehmen?

    Quelle: Jobsuche im Fokus. StepStone Recruiting Insights 2018

    Viele Karriereseiten haben Nachholbedarf

    Kommen wir nochmals zurück zu den Karriereseiten der Unternehmen. Diese gehören laut Studien ja mit zu den wichtigsten Recruiting-Kanälen. Auch hier sind aussagekräftige Informationen sowie überzeugender und anschaulicher Content ausdrücklich von den Bewerbern erwünscht. Das ist wiederum Ihre Möglichkeit, noch spezifischer auf Ihre Zielgruppen einzugehen und zu zeigen, was Sie als Arbeitgeber zu bieten haben.

    Offenbar glückt das jedoch nicht immer in der Weise, wie es sich Kandidaten wünschen. So haben sich die Befragten der Studie Recruiting Insights schon mal gegen eine Bewerbung entschieden, weil die Karriere-Webseite als wenig überzeugend, nicht authentisch, unübersichtlich und unattraktiv empfunden wurde. Ein hartes, aber ehrliches Urteil.

    Grafik: Darum haben sich Fachkräfte nach dem Besuch einer Karriereseite gegen eine Bewerbung entschieden

    Quelle: Jobsuche im Fokus. StepStone Recruiting Insights 2018

    Gründe gegen eine Bewerbung

    Sei es die Stellenanzeige oder die Karriereseite – die Gründe, warum sich Talente gegen eine Bewerbung entscheiden, sind definitiv vermeidbar. Insbesondere deswegen, weil sie vielfach auf Selbstverständlichkeiten beruhen.

    Grafik: Gründe gegen eine Bewerbung

    Quelle: Jobsuche im Fokus. StepStone Recruiting Insights 2018

    Gerne können wir gemeinsam schauen, was optimiert werden kann und sollte. Kommen Sie dafür einfach unverbindlich auf uns zu.

    Wer sich gerne noch etwas weiter in die Studien einlesen möchte, findet diese jeweils durch nachfolgenden Links:




    Autorin: Tina Schwarze

    Titelbild: Unsplash: © Adam Solomon

    Tina Schwarze

    ist Ihre Ansprechpartnerin für alle Anfragen rund ums Thema Öffentlichkeitsarbeit. Im Blog schreibt sie vorwiegend zu den Themen Personalmarketing und Employer Branding.