29. November 2017 Keine Kommentare

Mitarbeiter finden: Was gefällt Be­wer­bern an Stellen­an­zeigen?

Auswahl an Eis

Stellenanzeigen können bereits ein gelungener Start in die Candidate Journey sein – durch eine auf­merk­sam­keits­starke Gestaltung und einen über­zeu­genden An­zeigen­text. Talente möchten von ihren zukünftigen Arbeitgebern begeistert werden. Sie erkennen schnell, wie viel Herzblut, Kreativität und Ge­danken­schmalz in einer Ausschreibung stecken. Und neben den Kandidaten profitiert auch das Arbeit­geber­image vom smarten Per­so­nal­marketing.

Stellenanzeigen haben dann ihre Funktion erfüllt, wenn ausreichend qualifizierte Kandidaten an die Türe klopfen und Vakanzen besetzt werden können. Dass dies nicht immer so einfach ist, wissen Sie aus eigener Erfahrung. Jobangebote gibt es zuhauf. Davon können Sie sich per Click in die nächste Jobbörse direkt selbst ein Bild machen. Der Konkurrenzdruck ist hoch.

Für den Jobsuchenden entscheidend: Jobtitel, Design, Informationsgehalt

Steigen wir mit einem kleinen Exkurs ein: Stellen Sie sich vor, Sie sind im Supermarkt und möchten Eiscreme kaufen. (Ok, es ist eigentlich die falsche Jahreszeit für Eis, aber Schokoeis geht immer ;-)). Im gut sortierten Einzelhandel stehen Sie nun vor der Kühltheke. Viele diverse Schokoeissorten lachen Sie an. Natürlich möchten Sie das Beste für sich heraussuchen. Sie haben schließlich Ihre Ansprüche. Die Titel der Sorten sind bodenständig, verheißungsvoll und … irgendwie doch sonder­bar. Neben „Schokoeis“ und „Chocolate Dream“ gibt es ebenso Eiscreme namens „Wonderland“ und „Super Funk Chunk“.

Sie haben nun die Qual der Wahl. Bevor Sie anfangen, die genauen Inhaltsstoffe auf­zu­schlüs­seln, zu vergleichen und sich per Smartphone über den Hersteller informieren, lassen Sie vermutlich den Blick durch die Kühltheke schweifen. Ihr Griff geht zunächst zu jenen Sorten, deren Verpackungen Sie besonders ansprechen. Mit Designs, die Ihren Blick fesseln und die die Lust auf das Produkt verstärken. Oder auf denen ganz klar kommuniziert wird, was das Eis so einzigartig macht. Viel­leicht erregt auch ein Gütesiegel, das eine nach­hal­tige oder regionale Produktion garan­tiert, Ihre Auf­merk­sam­keit. Denn damit korrespondiert es mit den Erwartungen, die Sie an das Produkt stellen.

Wüssten Sie nur schon vor dem Kauf, hinter welcher Ver­pa­ckung sich das beste Eis verbirgt. Im Grunde wäre dann eine weiße Box mit rudimentären Pflichtangaben vollkommen ausreichend. Doch kein Hersteller wird es dem Zufall über­lassen, ob Sie sein Eis in der Kühltheke entdecken oder nicht. Und letztlich möchte der Eisproduzent ja auch nicht, dass es bei Ihnen als Zufallskäufer bleibt. Möglichst viele potenzielle Käufer sollen erreicht und für das Produkt begeistert werden.

Auch Personalmarketing funktioniert durch Emotionen

Warum ist es aber bei Arbeitgebern und ihren Stellenanzeigen so häufig anders? Klar, im We­sent­lichen kommt es auf die Attraktivität der Position an. Aber ein Text, der ganz konkret erklärt, worum es geht und direkt Lust auf mehr macht, hat noch keiner Anzeige geschadet. Das gilt auch für ein an­sprech­endes Design. Beide Komponenten können zum Wettbewerbsvorteil werden.

Wie entscheidend ein zielgruppengerechtes Layout sein kann, zeigt übrigens die Geschichte einer Ausschreibung des Uni­versi­täts­klinikums Carl Gustav Carus. Seinerzeit wurde ein Leitender Psycho­loge (m/w) gesucht. Eine erste Insertion generierte nicht ausreichend Be­wer­bun­gen. In­so­fern ließ das Universitätsklinikum die Stellenanzeige komplett überarbeiten. Mit einem aus­drucks­star­ken Ergebnis ging es erneut auf Bewerberfang. Im Gepäck: ein emotionales Bildmotiv und ein dickes Angebotspaket ganz im Sinne des zukünftigen Mitarbeiters.

Anzeige des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus

Anzeige des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus

Die Vakanz konnte bereits kurze Zeit später erfolgreich besetzt werden. Interessanterweise gab die Medi­zi­nerin an, schon bei der ersten Insertion auf die Position gestoßen zu sein. Es sei in diesem Moment jedoch nicht der Funke übergesprungen. Die Anzeige im neuen Gewand habe sie deutlich intensiver an­ge­sprochen und das unternehmensspezifische Angebot als zentraler Bestandteil über­zeugt.

Prämierte Stellenanzeigen wirken sich positiv auf das Arbeitgeberimage aus

Das neue Erscheinungsbild der Anzeige punktete jedoch nicht nur bei der neuen Leitenden Psychologin des Universi­täts­klini­kums. Kreativität und sprachliche Finesse konnten gleich zwei Expertenjurys ebenso in ihren Bann ziehen.

Beim Big Award, einer Auszeichnung des Deutschen Ärzte­blattes für herausragende Stellen­anzei­gen, wurde die Anzeige gleich zweifach prämiert: in der Kategorie Big Words (für den besten Text) und Big Creation (für das beste Design). Die Jury des ZEIT Karriere-Awards und die über 4.000 Nutzer von ZEIT ONLINE und den Stellenmärkten von academics.de waren vom Gesamtkonzept (Design, Inhalt, Ziel­gruppen­orien­tie­rung sowie Positionierung) begeistert.


Basierend auf dem Bild-Text-Konzept entstand eine ganze Anzeigenlinie, die den Erfolg aus dem Vorjahr fortsetzen konnte. Zwei weitere Motive ernteten jeweils Auszeichnungen beim ZEIT Karriere-Award 2016 und ZEIT Karriere-Award 2017.

Schlechte Ausschreibungen verschärfen den Fachkräftemangel

Erst kürzlich urteilte Daniela Chikato, Jurymitglied beim ZEIT Karriere Award, dass viele Stellen­an­zei­gen zu generisch, uninspiriert und austauschbar seien. Dies verschärfe den tatsächlichen Fach­kräfte­mangel und führe logischerweise dazu, dass Stellenanzeigen nicht mehr in erhofftem Maße ausreichend viele gute Bewerbungen generieren.

Mit anderen Worten: Interessenten erkennen schnell, ob Herzblut, Kreativität und Gedankenschmalz in einer Anzeige stecken. Eine gute Stellenanzeige zeugt auch immer von der Wertschätzung. Wenn Sie qualitativ hochwertige Bewer­bun­gen erwarten, sollten Sie selbst gute Vorarbeit leisten.

Falls Sie sich hierbei Unterstützung wünschen, dann melden Sie sich doch einfach bei uns. Wir zeigen Ihnen, welches Potenzial in Ihrer Anzeige steckt. Gemeinsam er­ar­beiten wir ein Konzept, mit dem Sie sich als Arbeitgeber und insbesondere Ihre Zielgruppen identifizieren können. Und nach getaner Arbeit dürfen wir uns dann auch gerne gemeinsam mit einem Schokoeis belohnen ;-)



Autor: Tina Schwarze

Tina Schwarze

ist Ihre Ansprechpartnerin für alle Anfragen rund ums Thema Öffentlichkeitsarbeit. Im Blog schreibt sie vorwiegend zu den Themen Personalmarketing und Employer Branding.