28. März 2019 Keine Kommentare

Google for Jobs kommt nach Deutschland: Das müssen Personaler wissen

Google for Jobs kommt nach Deutschland

Google for Jobs – lang erwartet und bereits viel diskutiert. Nun gibt es nach einer Twitter-Meldung seitens Google Deutschland keine Zweifel mehr. Google wird das Produkt auch für den deutschen Markt verfügbar machen. Während die einen den großen Umbruch für die Online-Jobsuche prognostizieren, geben sich andere eher skeptisch. Was kommt auf Sie zu und was bedeutet dies für Ihr Recruiting?

    So langsam wird es konkreter, was Google for Jobs in Deutschland angeht. Kürzlich fand sich dieser Tweet im offiziellen deutschen Account von Google:

    Nach dem Start im Juni 2017 in den USA hat Google nach und nach weitere Länder (und Kontinente) erschlossen. Etwa Lateinamerika, Kanada, Afrika, Indien sowie 2018 dann auch Europa mit Spanien und Großbritannien. Und nun ist offenbar auch der Eintritt in den deutschen Markt geplant.

    Was verändert sich durch Google for Jobs?

    Überraschend ist es nicht, dass Google die Jobsuche auch in Deutschland ausrollen wird. Viele Nutzer starten ihre Candidate Journey bei Google. Informieren sich hier über berufliche Perspektiven, Arbeitgeber und Gehälter. Um sodann im nächsten Schritt aktuelle Jobangebote zu prüfen. Das Produkt Google for Jobs ist neben den bestehenden wie Google News, Google Maps, Google Shopping, Google Flüge also eine konsequente Erweiterung des Leistungsportfolios.

    Google Produkte nach Schwerpunkten, z. B. News, Shopping, Videos, Bücher oder Google for Jobs

    Heute zeigt sich noch dieses Bild. Der Nutzer kann für eine spezifische Suche zum Beispiel auf Google News, Google Maps, Google Shopping, Google Flüge etc. zurückgreifen.

    Zur Erklärung sei an dieser Stelle noch mal eindeutig festgehalten, dass Google for Jobs keine eigene Jobbörse oder Jobsuchmaschine ist, in der Anzeigen gebucht oder direkt hinterlegt werden. So wie Sie es etwa von Indeed, Monster, Stepstone oder Meinestadt kennen. Es handelt sich um eine spezifische Suche innerhalb von Google, die einen bestimmten Markt bedient.

    Ansicht Google for Jobs

    Google wird die Jobsuche in einer separaten Box oberhalb der organischen Suchergebnisse platzieren. Bildquelle: https://developers.google.com/search/docs/data-types/job-posting#remove

    Vorteile für Jobsuchende und für Google

    Woher stammen nun also die Suchergebnisse, die Google ausgibt? Im Grunde macht die Suchmaschine das, was sie immer macht. Sie sammelt Daten, analysiert und bewertet diese, um sie sodann den Nutzern zur Verfügung zu stellen.

    Grafik zu Google for Jobs: Wie funktioniert ein Crawler?

    Für Google for Jobs liest Google Stellenanzeigen von Jobbörsen und Karriereseiten aus. Die indexierten Daten werden sodann in den Suchergebnissen gelistet. Bildquelle: https://www.seo-trainee.de/wie-funktionieren-suchmaschinen/

    Für die Jobsuche liest Google Stellenanzeigen von Jobbörsen und Karriereseiten aus und indexiert sie. Dieses Vorgehen nennt man Crawlen. Die indexierten Daten werden sodann in den Suchergebnissen bei Google for Jobs gelistet. Je besser die Daten aufbereitet werden, desto besser kann der Crawler diese interpretieren. Deswegen ist es unabdingbar, für Stellenanzeigen strukturierte Daten zu hinterlegen.

    Der Vorteil für Jobsuchende ist, dass diese im gewohnten Umfeld Stellenangebote finden – ohne Google verlassen zu müssen. So die Theorie. Wie gut und zuverlässig das klappt, bleibt zu beobachten. Zudem profitiert Google davon, dass Nutzer im Google-Universum bleiben. Also erst mal nicht auf die Seiten von Indeed, Stepstone und Co. wechseln. Die im Übrigen bislang bei Google Traffic eingekauft haben, damit die Nutzer bei ihnen nach passenden Jobangeboten stöbern.

    Der größte Vorteil für Google sind aber vor allem die Daten. Unsere Nutzerprofile werden immer präziser. So weiß Google bald nicht nur, dass Sie auf der Suche nach einem neuen Staubsauger, dem neuesten Schweden-Krimi und einem Rezept für Käsekuchen sind, sondern auch gegenüber einer Jobalternative aufgeschlossen sind. Eine sehr gute Basis für personalisierte Produkt- und bald eben auch genaue Jobempfehlungen (Stichwort: Retargeting).

    Was ist in Hinblick auf Google for Jobs zu tun?

    Im ersten Schritt sollten Sie vor allem nicht in Panik verfallen 😊. Im Zweiten sollten Sie sodann Ihre Stellenanzeigen durchaus kritisch unter die Lupe nehmen (lassen). Prüfen Sie, wie diese aufbereitet sind und was Sie in Hinblick auf eine gute Verständlichkeit sowie in Bezug auf Suchmaschinen an Daten hinterlegen sollten.

    Google gibt über die Anforderungen umfassend Auskunft. Für Jobpostings sind demgemäß folgende Eigenschaften erforderlich, die im HTML-Code hinterlegt sein müssten:

    • datePosted: Das ursprüngliche Datum, an dem der Arbeitgeber den Job veröffentlicht hat.
    • description: Die komplette Stellenbeschreibung im HTML-Format. Unter description sollte der Job vollständig beschrieben werden, einschließlich Aufgaben, Qualifikationen, Kompetenzen, Arbeitszeiten sowie Anforderungen in Bezug auf Ausbildung und Berufserfahrung.
    • hiringOrganization: Hier sollte der Name des Unternehmens angegeben werden und nicht der spezifische Standort, für den die Stelle ausgeschrieben ist.
    • jobLocation: Der Standort oder die Standorte des Unternehmens, an dem bzw. an denen der Arbeitnehmer arbeiten wird, z. B. ein Büro oder eine Baustelle.
    • Title: Dieses Feld sollte nur den Jobtitel beinhalten. Im title-Feld dürfen keine Jobcodes, Adressen, Daten, Gehaltsangaben oder Firmennamen enthalten sein.
      Beispiel: „Marktspezialist/in mit Französischkenntnissen“ statt „Jetzt für IT-Job bewerben – Mitarbeiter mit FRANZÖSISCH in Bukarest“
    • validThrough: Angabe der Bewerbungsfrist. Wenn es für ein Stellenangebot keine Bewerbungsfrist gibt oder sie nicht bekannt ist, lassen Sie diese Eigenschaft weg. Wird ein Job vor dem Ende der Bewerbungsfrist vergeben, muss die Stellenausschreibung entfernt werden.

    Optional, aber empfohlen sind zudem diese Angaben:

    • applicantLocationRequirements: Die Standorte, von denen aus Mitarbeiter einen Job per Telearbeit ausüben können. Zum Beispiel Deutschland, wenn generell Homeoffice möglich ist.
    • baseSalary: Das tatsächliche Grundgehalt für den Job, wie vom Arbeitgeber angegeben (keine Schätzung; Angabe pro Stunde, pro Tag, pro Woche, pro Monat oder pro Jahr).
    • employmentType: Art des Arbeitsverhältnisses / Angabe zum Arbeitsmodell, etwa Vollzeit, Teilzeit, Praktikum etc.

    [Die ausführliche Dokumentation finden Sie übrigens hier: https://developers.google.com/search/docs/data-types/job-posting#content-guidelines]

    Sinnvolle Unterstützung durch Agenturen und Tools

    Wem es an dieser Stelle zu technisch ist, kann ganz in Ruhe aufatmen. Denn Sie stehen mit der Herausforderung nicht alleine da. Zum einen können Sie sich hilfreiche Tipps von Ihrer Agentur geben lassen. Oder diese sorgt direkt dafür, dass in Ihren Anzeigen die Daten strukturiert hinterlegt werden. Lassen Sie im gleichen Zuge Ihr Bewerbermanagementsystem überprüfen, inwiefern die hinterlegten Daten kompatibel sind. Im Idealfall ist der Anbieter hier bereits ohnehin tätig geworden, andernfalls können Agenturen Unterstützung leisten.

    Des Weiteren können Sie auf smarte Tools zurückgreifen. Diese tragen Sorge dafür, dass die Veröffentlichung von Stellenanzeigen inklusive strukturierter Daten erfolgt. Die entsprechende Nutzerführung stellt sicher, dass die für den Google-Algorithmus relevanten Informationen hinterlegt werden und jede Vakanz optimal für eine Listung in den Suchergebnissen vorbereitet ist.

    Nichtsdestotrotz gilt auch weiterhin: Ihre Stelle muss nicht nur gefunden und gelistet werden, sondern auch inhaltlich begeistern. Denn letztlich müssen Sie nicht Google, sondern den potenziellen Bewerber von Ihnen als Arbeitgeber überzeugen.

    Sie suchen Unterstützung oder Fragen? Dann zögern Sie nicht und sprechen uns an!



    Autorin: Tina Schwarze

    Titelbild: Unsplash: © Arthur Osipyan

    Tina Schwarze

    ist Ihre Ansprechpartnerin für alle Anfragen rund ums Thema Öffentlichkeitsarbeit. Im Blog schreibt sie vorwiegend zu den Themen Personalmarketing und Employer Branding.