11. Juli 2019 Keine Kommentare

Der eigene Stellenmarkt: Wichtiger Touchpoint in der Candidate Journey

Bewerberin ruft Stellenmarkt auf Tablet auf

Der eigene Stellenmarkt wird zukünftig dank Google for Jobs womöglich mit zu den wichtigsten Quellen für Jobangebote gehören. Und damit zu einem absolut relevanten Medium, um Kandidaten anzuziehen. Denn als zumeist erster Touchpoint im direkten Unternehmensumfeld ist der eigene Stellenmarkt zugleich Türöffner für Ihre Karriereseite.

    Der klassische Weg für eine Stellenausschreibung ist die Veröffentlichung über externe Kanäle: Etwa über Jobbörsen wie stellenanzeigen.de oder monster.de. Oder per Anzeigenschaltung in Printmedien, z. B. Fachzeitschriften und Tageszeitungen. Nicht zu vergessen sind Onlinemarketing-Maßnahmen wie Social Media Advertising und Suchmaschinenmarketing.

    Stellenmärkte auf Karriereseiten werden unterschätzt

    Vernachlässigt werden allerdings noch vielfach die eigenen Stellenmärkte. Sprich die Übersicht Ihrer Stellenausschreibungen auf Ihrer Karriereseite. Dabei gehört der Stellenmarkt in den meisten Fällen zum ersten Touchpoint mit dem Arbeitgeber im Unternehmensumfeld.

    Warum ein Talent Ihren Stellenmarkt aufruft, kann diverse Gründe haben:

    • Das Unternehmen ist bereits als regionaler Arbeitgeber bekannt.
    • Das Unternehmen wurde als Arbeitgeber empfohlen.
    • Eine Kampagne hat das Interesse am Unternehmen als Arbeitgeber geweckt.
    • Google spielt die Jobangebote des Unternehmens in der Suchergebnisübersicht aus.
    • Eine Jobbörse verlinkt auf den Stellenmarkt.

    Durchaus unterschiedlich kann auch die Integration des Stellenmarktes in die Website sein. Skizzieren wir kurz zwei Beispiele:

    • Der Stellenmarkt ist ein statisches Verzeichnis der Vakanzen auf der Karriere-Website (manuell zu pflegen).
    • Der Stellenmarkt wird durch das Bewerbermanagement generiert (Stellen als dynamischer Datensatz).

    Stellenmärkte: Bedeutung für Google for Jobs

    Viele Talente starten ihre Jobsuche bei Suchmaschinen. Google hat darauf reagiert und fasst – seit dem 22. Mai auch in Deutschland – die Suchergebnisse für Stellenangebote in einer eigenständigen Sektion zusammen, landläufig unter der Bezeichnung Google for Jobs bekannt.

    Um nun für diese Talente sichtbar zu sein, sollten Ihre Stellenanzeigen für Suchmaschinen optimiert sein. Bedeutet im Klartext, dass die Website für Suchmaschinen erreichbar ist und Sie strukturierte Daten für die Stellenanzeigen hinterlegt haben.

    Google kann damit zum wichtigen Reichweitenverstärker werden und sollte Kandidaten im Idealfall zielsicher zum eigenen Stellenmarkt auf Ihrer Karriereseite lotsen.

    Vorteile eines eigenen Stellenmarktes

    Neben Google for Jobs liegen aber noch einige weitere Vorteile auf der Hand:

    • Stellenmarkt als Türöffner zur Karriereseite
      Ist der Kandidat am Stellenangebot interessiert, wünscht er sich weitere Informationen: über Sie als Arbeitgeber, als Unternehmen etc. Und diese finden sich idealerweise als ansprechender und aussagekräftiger Content auf der Karriere- und Corporate-Website platziert. Laden Sie den Interessenten durch eine gute User Experience (Nutzererlebnis) zum Verweilen ein.
    • Ansprache der Bewerber im direkten Unternehmensumfeld
      Damit ist der Weg zur Bewerbung nicht mehr weit. Wünscht sich ein Talent direkt weitere Angaben, z. B. zum Bewerbungsprozess oder zu Ansprechpartnern, findet er hier auf der Karriereseite alle Daten unmittelbar verfügbar.
    • Wichtige Erkenntnisse über Kandidaten generieren
      Was interessiert den potenziellen Bewerber am meisten? Welche Infos werden vor allem abgerufen? Entsprechende Analysen Ihrer Website werden ein differenziertes Bild dazu liefern. Damit erhalten Sie wichtige Erkenntnisse über die Kandidaten sowie über Ihre Website. Und zugleich die Möglichkeit, im nächsten Schritt gezielt weitere Infos und attraktive, zielgruppengerechte Formate (Videos, Fotos etc.) zur Verfügung zu stellen.

      Brechen auffällig viele Nutzer den Bewerbungsprozess ab? Dann sollten Sie dies auf jeden Fall prüfen und anpassen, um etwaige Hürden abzubauen. Bleiben Sie außerdem „in Kontakt“. Mittels Remarketing haben Sie die Möglichkeit, Kandidaten in ihrem digitalen Umfeld erneut anzusprechen und damit ihnen im Gedächtnis zu bleiben.

    Tipps für Ihren Stellenmarkt

    Stellenmarkt ist nicht gleich Stellenmarkt. Es gibt ein paar Tipps, die Sie im Auf- und Ausbau beachten können / sollten:

    • Integrieren Sie den Stellenmarkt korrekt in die Karriereseite.
      Es gibt mehrere technische Optionen, dies zu tun. Abhängig ist es davon, welches System Sie nutzen. Den einen Königsweg gibt es nicht. Achten Sie prinzipiell darauf, dass Ihre Website crawlbar ist. Die Seite muss korrekt durch Suchmaschinen-Bots interpretierbar sein. Aber keine Sorge: Sollte Ihnen das ganze Thema zu technisch werden, lassen Sie sich gerne beraten. Die für Sie beste und zeiteffizienteste Lösung findet sich garantiert.
    • Hinterlegen Sie die erforderlichen Metadaten in Ihre Stellenanzeigen.
      Hier dürfen Sie ruhig akribisch sein. Prüfen Sie oder lassen Sie überprüfen, was an Daten hineingehört und was unnötig ist. Wählen Sie beispielsweise einen aussagekräftigen Stellentitel und benennen Sie den konkreten Einsatzort. Experimentelle oder blumige Bezeichnungen wie „Ninja“ und „Chief Evangelist“ können zwar witzig sein, sind in diesem Kontext aber wenig förderlich.
    • Bieten Sie ausreichend Filterfunktionen.
      Gerade wenn Sie zahlreiche Vakanzen, Fachbereiche oder mehrere Einrichtungen / Standorte haben, sollten Sie in Ihrem Stellenmarkt mit einem Filter arbeiten. So kann sich der Jobsuchende schnell einen Überblick verschaffen und gezielt nach seinen Interessen suchen. Damit kommen Sie dem angelernten Verhalten des Nutzers entgegen. Denn diese sind es durch Jobbörsen, Online-Shops wie Amazon und Zalando gewohnt, durch Suchfiltern zu navigieren.
    • Ihr Stellenmarkt muss mobiloptimiert sein.
      Eine Überraschung ist es eigentlich nicht. Kandidaten möchten auch über mobile Endgeräte nach offenen Stellen suchen können. Insofern sollte die Candidate Experience hier nicht leiden. Nur weil eine Desktop-Ansicht auf dem kleineren Display unvorteilhaft dargestellt wird. Im schlimmsten Fall verlieren Sie nämlich einen Kandidaten, der sich gerne via Smartphone oder Tablet informiert und beworben hätte. Wäre doch schade, oder?
    • Vermeiden Sie lange Ladezeiten.
      Sind wir ehrlich: Niemand von uns mag lange Wartezeiten und lange Ladezeiten schon mal gar nicht. Deswegen sollte Ihre Karriereseite inklusive Stellenmarkt schnell verfügbar sein. Aber was ist nun angemessen? Als Richtwert können Sie eine Sekunde (< 1 Sek.) ins Auge fassen. Bleibt die Ladezeit Ihres Stellenmarktes unter einer Sekunde, ist dies absolut in Ordnung.

    Ersetzt der unternehmenseigene Stellenmarkt externe Ausschreibungen?

    Die Relevanz von unternehmenseigenen Stellenmärkten wird wohl definitiv weiter zunehmen. Wie stark, hängt auch davon ab, wie sich die Google Job Search Experience (Google für Jobs) weiterentwickelt. Natürlich reagieren auch die Jobbörsen auf das Feature – passen sich an oder grenzen sich bewusst ab.

    Es lohnt sich auf jeden Fall, in den eigenen Stellenmarkt zu investieren. Um Talenten entgegenzukommen und für Google for Jobs fit zu sein. Parallel sollten Sie auch die Entwicklung der externen Kanäle beobachten. Wir halten Sie selbstverständlich auf dem Laufenden.



    Autorin: Tina Schwarze

    Titelbild: Image from rawpixel.com

    Tina Schwarze

    ist Ihre Ansprechpartnerin für alle Anfragen rund ums Thema Öffentlichkeitsarbeit. Im Blog schreibt sie vorwiegend zu den Themen Personalmarketing und Employer Branding.