15. November 2017 Keine Kommentare

Content Marketing (Teil III) – Inhalt ist in

Polaroid-Ausschnitt Gebirgswelt

Wir werden täglich mit einer Flut an Werbung konfrontiert – über Funk, Fernsehen und Internet. Das macht uns als Konsumenten nach und nach blind gegenüber den meisten werblichen Inhalten, im schlimmsten Fall bauen wir sogar eine konkrete Abneigung auf. Es braucht neue Wege, um Botschaften zu platzieren.

Als Kunden wünschen wir uns, informativ unterhalten zu werden und Antworten auf unsere Fragen zu finden. 70 % der Konsumenten informieren sich über Content, nicht über reine Werbeanzeigen. Diesen Wunsch greift Google auf. Der Such­ma­schinenprimus rankt Websites mit sinnvollen und aufwändigen Inhalten besser als lieblose SEO-Texte, die lediglich ein bestimmtes Mindestmaß an Keywords erfüllen.

Was liegt also näher, als einen warmen Content-Mantel um Ihre Marken­bot­schaf­ten zu hüllen und so den Informationshunger der ver­meint­lich abgestumpften Zielgruppe neu zu ent­fach­en. Von cleveren Inhalten profitieren beide Parteien: dem Kunden bieten sie echte Mehr­werte als Lohn für seine Aufmerksamkeit. Er greift in­folge­des­sen gerne und wieder­holt auf die ent­sprech­enden Unternehmensdienste zurück.

Auf der anderen Seite avanciert Ihr Unternehmen zum Experten-Ratgeber und baut so eine ver­trauens­volle Basis zu potenziellen Bewerbern auf. Mit Ihrer Web­site steigen Sie außerdem in der Gunst von Google und Co., erhalten ein Top-Ranking und stärken Ihre Online-Präsenz. Nicht zuletzt spielt auch der Kosten­fak­tor eine Rolle, denn im Vergleich zum klas­sischen Marketing schont CM oftmals das gene­rel­le Werbebudget.

Kurzfristig handeln, langfristig denken

Mit der richtigen Content-Marketing-Kampagne wird ein Unternehmen schnell zum Gesprächs­thema im Netz. Dieser kurzfristige Erfolg ist digital messbar durch die Auswertung von Klicks, Back-Links, Likes oder Co-Citations und wird auch Social Buzz genannt. Die Gewinnung möglichst vieler Interessenten ist ein erstes Ziel beim Content-Marketing und ein guter Ausgangs­punkt, um die eigene (Arbeitgeber-)Marke im Web zu etablieren.

Bleibt man dem eingeschlagenen Weg treu, wird aus dem anfänglichen Interesse des Konsumenten auf lange Sicht nachhaltiges Vertrauen in die Marke. Idealerweise kann sogar eine eigene Com­munity rund um die Marketing­maß­nahme entstehen – nämlich dann, wenn der Nutzer immer wieder auf die besagten „Dienste“ des Contents zurück­greift.

So schaffen Sie Glaubwürdigkeit und sorgen dafür, dass das Unternehmen einen originären Anstrich bekommt – und eben nicht als austauschbar wahr­ge­nommen wird. Eben das sollte der Anspruch einer langfristig wirksamen Content-Marketing-Strategie sein.

Hand in Hand: Content-Marketing trifft Recruiting

Die Brücke vom Content-Marketing zum Per­sonal­marketing ist schnell geschlagen. Statt um Kunden wirbt man um Bewerber, statt Produkten oder Dienst­leis­tungen wird das Unternehmen als Arbeit­geber (unterschwellig) „beworben“.

Durch spannend aufbereitete Content-Beiträge kommuniziert das Unternehmen geschickt und authentisch seine Arbeitgebermarke bzw. Allein­stel­lungs­merkmale und Unternehmenswerte.

Neben der Werbung in eigener Sache avanciert es aber auch zum Branchenexperten – sowohl die anvi­sierte Ziel­gruppe als auch andere Konsumenten verknüpfen fachspezifische Themen mit der Firma. Greift diese Marketing-Form über einen längeren Zeitraum, findet das Unter­nehmen nicht länger die besten Talente – die Talente finden jetzt das Unter­nehmen.

So wie ein reiselustiger Weltenbummler ebenso ziel­sicher genau den Anbieter findet, der ihm unver­gess­liche Erleb­nisse garantiert. Das kann auch eine Desti­nation abseits von Traumständen und Berg­gipfeln sein. Als Reise­führer und Tipp-Geber sind Ihnen keine Grenzen gesetzt. Wenn Sie es nur kreativ genug vermitteln, können Sie Ihre Ziel­gruppe auch zu einem Rundflug durch die Blutbahnen eines Men­schen einladen – im Arterien-Shuttle nach dem ent­sprech­enden Schrumpfvorgang. Falls Sie jetzt die Stirn runzeln: Im Content-Marketing geht im Grunde alles, was Ihre Synapsen an Einfällen bereithalten.

Rein ins Scheinwerferlicht: Wer finden will, muss gefunden werden.

Zurück zum Thema „Finden“. Die Auffindbarkeit im Internet ist heute ein ungemein wichtiger Aspekt, auch und vor allem für den Bereich Content-Marketing. Denn nur, wenn ein Arbeitgeber seine Inhalte richtig im Netz streut, wird er vom Bewerber schnell und einfach gefunden. Bedenken Sie: 50 bis 70 % aller Jobsuchenden nutzen bei Ihrer Karriere­suche heute Google zur Informa­tions­be­schaffung.

Vor einem Jobwechsel möchte man schließlich möglichst viel über sein neues zweites Zuhause in Erfahrung bringen. Das gilt für latent und aktiv suchende Bewerber gleichermaßen. Ganz nach dem Motto: drum prüfe, wer sich länger bindet.

Findet der Bewerber dann viele Suchergebnisse zu einer Firma an prominenter Stelle, ist das prima. Besonders positiv ist es, wenn er nicht auf Dritt­an­bieter wie Arbeitgeber-Bewertungsportale zurück­greifen muss, sondern seinen Infor­ma­tions­durst direkt an der Quelle stillen kann.

Kein Soloauftritt

Um das abschließend festzuhalten: Content-Marketing bedeutet nicht, auf etablierte Maßnahmen wie Stellen- oder Imageanzeigen zu verzichten, sie kommen nur später in Folgeschritten zum Einsatz.

Zunächst geht es beim CM darum, dass potenzielle Bewerber einen positiven Bezug zum Unternehmen herstellen. Im Anschluss können die klassischen Recruiting-Formen auf dieser Vertrauensbasis auf­bauen. Nach dem Motto: Erst die Saat säen, dann die Früchte ernten.



Autor: Hendrik Wittenbrink, Co-Autor: Sebastian Arndt

Titelbild: pixabay.com: © rawpixel

Hendrik Wittenbrink

schubst als Texter und Wortakrobat die Buchstaben möglichst geschickt von A nach B, um Unternehmen mit Fachkräften zusammenzubringen. Im Blog schreibt er vorwiegend zu den Themen Wording und Zielgruppenansprache.

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