27. August 2020 Keine Kommentare

Candidate Persona definieren: Wie sieht eigentlich Ihr Wunschkandidat aus?

Eine sogenannte Candidate Persona beschreibt Ihren Wunschkandidaten im Detail – als fiktiven Charakter mit unverwechselbaren Einstellungen und Eigenschaften. Der Vorteil: Sie wissen genau, welche Talente Sie suchen und wie Sie sie erreichen. Auf diese Weise kann eine gezielte Rekrutierung sichergestellt und gleichzeitig die Qualität der eingehenden Bewerbungen erhöht werden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Candidate Personas definieren können.

    Stellen Sie sich mal vor, Sie könnten sich den perfekten Mitarbeitenden für eine Position aussuchen. Sie haben durch ein Stellenprofil schon wichtige Eckdaten, z. B. zur Ausbildung, Berufserfahrung oder zu fachlichen Skills, definiert. Dadurch wird das Bild des Wunschkandidaten schon etwas präziser.

    Wir wissen jedoch, dass die Qualifikation allein noch lange nicht zum Wunschkandidaten führt. Schließlich gibt es weitere Faktoren, die für die Auswahl ausschlaggebend sind. Zum Beispiel, dass das Talent zum Team passt und sich mit der Unternehmenskultur identifizieren kann.

    Gehen wir also ein paar Schritte weiter und überlegen:

    • Welche Persönlichkeit bzw. welche Charakterzüge müsste das neue Teammitglied mitbringen?
    • Welche Wertvorstellungen sollte das gesuchte Talent teilen?
    • Welche Motivationen spielen eine Rolle?
    • Welche fachlichen Fähigkeiten und Kenntnisse sind für die Position überdies entscheidend?

    Und weil Sie letztlich Ihren Wunschkandidaten gezielt ansprechen möchten:

    • Welches kommunikative Verhalten zeichnet die Person aus?
    • Welche Medien verwendet das Talent – auch in Bezug auf die Jobsuche?

    Während Sie diese Fragen nach und nach für sich beantworten, nimmt das Bild eines passenden Bewerbers immer mehr Gestalt an. Sie erarbeiten gerade eine sogenannte „Candidate Persona“.

    Was sind Candidate Personas?

    Aus einer bisher nur durch die Qualifikation spezifizierten Bewerbergruppe resultieren auf Basis der Fragestellungen peu à peu Personentypen, die sich besonders gut für Ihr Unternehmen eignen. Sie generieren mit dem Entwurf von Candidate Personas fiktive Charaktere, die Sie als Repräsentanten klar vor Augen haben. Mehr noch, indem Sie die Candidate Personas mit den Fachbereichen zusammen erarbeiten, entsteht eine übereinstimmende Vorstellung von den Wunschkandidaten.

    Die Vorteile:

    • Sie können in Ihren Maßnahmen deutlich individueller und persönlicher kommunizieren. Immer abgestimmt auf die (Kern-)Bedürfnisse, Wünsche und Ziele der definierten Candidate Persona. Durch die Personalisierung optimieren Sie die Candidate Experience.
    • Sie wissen, über welche Kanäle bzw. Medien Sie die Talente am besten erreichen können. Durch die zielgerichtete Ansprache vermeiden Sie das Gießkannenprinzip mit hohen Streuverlusten.
    • Der Fachbereich und Sie haben ein gemeinsames Bild vor Augen, wen sie suchen. Das erleichtert und beschleunigt den Recruitingprozess.

    Wie definiere ich eine Candidate Persona?

    Im ersten Schritt gilt es, die Informationen für die Candidate Persona zusammenzutragen. Denn Personas definieren sich nicht im stillen Kämmerlein – ganz nach Ihrem persönlichen Wunschbild. Nutzen Sie interne wie externe Informationsquellen.

    Absolut hilfreich ist es, Mitarbeitende in ähnlichen Positionen hinsichtlich ihrer Eigenschaften, Ziele und der Ausprägung unterschiedlicher Motivationsfaktoren zu identifizieren. Ebenso kann ein Gespräch mit Vertretern aus dem Fachbereich oder ehemaligen Mitarbeitenden erkenntnisreich sein. Möglicherweise sind die gesuchten Talente in Business-Netzwerken aktiv. Dann lohnt sich ein Blick in die Profile potenzieller Bewerber bei Xing und LinkedIn, um ergänzend Interessen zu sondieren.

    Im zweiten Schritt werden die Ergebnisse der Recherchen mithilfe eines Steckbriefes sortiert und gebündelt. Derart entsteht eine übersichtliche Beschreibung der Candidate Persona.

    Dieser Steckbrief kann folgende Merkmale aufführen:

    • Name
    • Hintergrundinformationen, wie Alter, Familienstand, Jobstatus, Wohnort
    • Persönlichkeitsmerkmale und Einstellungen
      (Wie wäre es beispielsweise mit einem Zitat, das die Persönlichkeit auf den Punkt bringt?)
    • Wünsche, Ziele und Erwartungen
    • bevorzugte Medien / Kanäle

    Es kann übrigens ebenso ein Foto der Person helfen, um das Profil und das gemeinsame Vorstellungsbild zu konkretisieren.

    Lassen Sie zudem bisherige Recruiting-Erfahrungen einfließen: Wie wurden die besten Kandidaten auf Vakanzen aufmerksam? Welche Medienkanäle haben in der Vergangenheit zur erfolgreichen Besetzung einer Position geführt? Darauf basierend ist die Medienauswahl zu optimieren.

    Förderlich ist es auch, zu überlegen, welche Kandidaten in keinem Fall infrage kommen. Das geht in Richtung Negativ Candidate Persona. Dank dieser lassen sich bestimmte Personentypen ganz bewusst ausschließen.

    Kleiner Tipp: Versuchen Sie, die Balance zu halten! Ist die Persona zu allgemein definiert, kommen zwar mehr potenzielle Kandidaten infrage, aber die Suche wird unspezifischer. Zu genaue Vorstellungen werden die Anzahl der möglichen Talente stark dezimieren oder die Personalsuche unmöglich gestalten.

    Die Candidate Persona als Stolperfalle

    Verlieben Sie sich nicht zu sehr in die Idee des Wunschkandidaten und suchen jemanden, der der Candidate Persona haargenau entspricht. Dann werden Sie und der Fachbereich auf Dauer verzweifeln. Der Wunschmitarbeitende ist und bleibt ein fiktiver Charakter. Ein Modell, das Ihnen hilft, Ihr Recruiting individueller und persönlicher zu gestalten.

    Es sollte immer um potenzielle Kandidaten gehen. Um Talente, die eine gewisse Übereinstimmung haben oder in die Richtung des Wunschkandidaten entwickelt werden können. Um Personen, die Sie mithilfe der Candidate Persona aufgespürt und besser verstehen gelernt haben.


    Sie haben Fragen zum Thema Candidate Persona oder wünschen sich Unterstützung bei der Definition. Dann melden Sie sich bei uns!


    Titelbild: Unsplash: © Darius Bashar

    Hinweis: Obgleich in diesem Beitrag nicht immer geschlechtsneutrale Formulierungen verwendet werden bzw. Schreibweisen, die die Gleichstellung der Geschlechter zum Ausdruck bringen, sind natürlich Männer und Frauen sowie Intersexuelle gleichermaßen gemeint.

    Tina Schwarze

    ist Ihre Ansprechpartnerin für alle Anfragen rund ums Thema Öffentlichkeitsarbeit. Im Blog schreibt sie vorwiegend zu den Themen Personalmarketing und Employer Branding.