1. April 2021 Keine Kommentare

Benefits in Stellenanzeigen: Mitarbeitervorteile kommunizieren

Smiley als Graffiti

Benefits zählen unter anderem zu den elementaren Bestandteilen einer Stellenanzeige. Als Attraktivitätsmerkmale eines Unternehmens können sie insbesondere im unmittelbaren Vergleich potenzieller Arbeitgeber zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden. Doch Benefits sind nicht gleich Benefits. Zu Mehrwerten werden sie erst dann, wenn sie die spezifischen Bedürfnisse der Zielgruppen berücksichtigen.

    Nüchtern betrachtet, kommunizieren Stellenanzeigen Vakanzen: Offene Positionen sind zu besetzen. Realistisch betrachtet, geht es bei Stellenanzeigen um deutlich mehr. Und zwar um die bewusste Entscheidung der Jobsuchenden für oder gegen einen Arbeitgeber. Deswegen gilt es für Unternehmen, potenzielle KandidatInnen von einem Jobangebot zu begeistern und nachhaltig zu überzeugen. Beispielsweise durch Mehrwerte, die möglichst maßgeschneidert auf die Bedürfnisse der Zielgruppen eingehen.

    Candidate Centricity: KandidatInnen im Fokus

    Die Basis für erfolgreiches Recruiting ist das Verständnis für die jeweilige Zielgruppe und eine gute, adäquate Kommunikation. Im Zuge jeder Stellenausschreibung sind daher folgende Fragen grundlegend:

    • Was macht Ihr Jobangebot für Talente besonders attraktiv?
    • Welche Argumente oder Vorteile sprechen aus Sicht der KandidatInnen für Sie als Arbeitgeber?
    • Was erhalten (potenzielle) Mitarbeitende für ihre Leistungen und was kann sie motivieren?

    Diese und ähnliche Fragen zahlen auf die sogenannte Candidate Centricity ein. Hinter dem Begriff verbirgt sich ein strategischer Ansatz, der auf Talente sowie deren individuellen Bedürfnisse ausgerichtet ist. KandidatInnen stehen im Zentrum aller Recruiting-Aktivitäten: Ausgehend von ihren Erwartungen, Wünschen und Bedarfen werden Maßnahmen konzipiert und zielgruppenspezifisch umgesetzt.

    Benefits in Stellenanzeigen

    Für Stellenanzeigen bedeutet das ganz konkret, dass neben der Aufgabenbeschreibung und dem Anforderungsprofil ein Hauptaugenmerk auf den sogenannten Benefits, sprich den Mehrwerten für (potenzielle) Mitarbeitende, liegen sollte. Denn wer sich die stärksten Argumente, die für einen Arbeitgeber sprechen, für das Vorstellungsgespräch aufbewahrt, verschenkt viel Potenzial. Potenzial, das andere Unternehmen besser zu nutzen wissen. Und die damit im Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte die Nase ein Stückchen weiter vorn haben.

    Unter Benefits versteht man Neben-, Zusatz- und Sozialleistungen, die Mitarbeitende ergänzend zur Vergütung vom Unternehmen erhalten. Sie können zu wesentlichen Attraktivitätsmerkmalen eines Unternehmens und im unmittelbaren Vergleich potenzieller Arbeitgeber zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden. Während das Gehalt primär den Lebensunterhalt und -standard sichert, tragen Benefits vor allem zur Mitarbeiterbindung und -motivation bei.

    Mit welchen Benefits können Unternehmen punkten?

    Im Grunde ist die Antwort einfach. Fragen Sie Ihre Mitarbeitenden und Zielgruppen, welche Benefits sie sich wünschen – z. B. im Zuge von Mitarbeiterbefragungen oder in Form von Benefit-Audits. Nur so werden sie konkret auf die spezifischen Bedürfnisse eingehen können. Behalten Sie im Hinterkopf: Benefits, die ausnahmslos alle begeistern, gibt es eher selten.

    Die Bandbreite an möglichen ergänzenden Leistungen ist groß: Maßnahmen zur Gesundheitsförderung, zur Betreuung von Kindern oder von pflegebedürftigen Angehörigen, Jobtickets oder Dienstfahrräder, Zukunftssicherungsleistungen, wie eine betriebliche Altersvorsorge, oder finanzielle Anreize, z. B. Weihnachts- und Urlaubsgeld, gehören zu den verbreiteten Benefits. Die Chance auf großzügige Urlaubsplanungen und Extra-Urlaub, freie Tage für das ehrenamtliche Engagement, eine spezifische Arbeitsorganisation, die zur Entlastung alltäglicher Aufgaben dient, der Zugang zu Lernplattformen, Zuschüsse für einen Umzug, Bildungsurlaub oder -teilzeit – all das kann den Unterschied ausmachen und sich in der Entscheidung für einen Arbeitgeber positiv auswirken.

    Kaum überzeugend sind hingegen Aussagen über ein angenehmes Betriebsklima sowie die Aussicht auf vielseitige Aufgaben und eine sorgfältige Einarbeitung. Das sind Selbstverständlichkeiten, die von zukünftigen KollegInnen vorausgesetzt werden. Deutlich sinnvoller ist es, den Fokus auf Neben-, Zusatz- und Sozialleistungen zu legen, die einen tatsächlichen Mehrwert für (potenzielle) Mitarbeitende darstellen. Und zwar aus Sicht der Bewerbenden und weniger aus Perspektive der RecruiterInnen.

    Wie formuliere ich Benefits?

    Für Stellenanzeigen gilt im Allgemeinen: Je konkreter, desto besser. Benefits bilden hierbei keine Ausnahme.

    • Formulieren Sie ansprechend, aber nicht zu werblich.
    • Behalten Sie die Bedürfnisse der Zielgruppe genau im Blick. Nicht jeder Benefit spricht alle gleichermaßen an.
    • Verzichten Sie auf Phrasen und Floskeln. Diese bereichern Stellenausschreibungen ohnehin nicht.

    Das eine verbindliche Schema gibt es nicht. Ausschlaggebend ist, dass das Angebot der Zielgruppe gefällt und diese überzeugt. Der Weg dahin, kann unterschiedlich aussehen, wie die nachfolgenden Auszüge aus Ausschreibungen zeigen.

    Beispiele aus der Praxis

    Beispiel 1: Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpflegende in Voll- oder Teilzeit


    Quelle: https://www.stepstone.de/stellenangebote–Gesundheits-und-Kinder-Krankenpflegende-in-Voll-oder-Teilzeit-Hamburg-Universitaetsklinikum-Hamburg-Eppendorf-UKE–6935801-inline.html (Stand:26.03.2021)


    Beispiel 2: Geriatrische Fachkraft (m/w/d)


    Quelle: https://karriere.asklepios.com/geriatrische-fachkraft-mwd-de-j8690.html (Stand:31.03.2021)


    Beispiel 3: Global Marketing Manager Instore Digitalization (m/f/d)


    Quelle: https://careers.hugoboss.com/job/Metzingen-Global-Marketing-Manager-Instore-Digitalization-%28mfd%29-BW-72555/654485501/ (Stand:31.03.2021)


    Bedenken Sie: Eine Stellenausschreibung kann nur so gut und überzeugend sein, wie das Jobangebot, das sich dahinter verbirgt. Natürlich können Unternehmen KandidatInnen das Blaue vom Himmel versprechen. Die Realität holt sie schneller ein, als ihnen lieb ist.

    Stellen Sie die Stellenanzeige, die Sie veröffentlichen möchten, auf den Prüfstand:

    • Lassen sich auf Anhieb die Vorteile und Vorzüge nachvollziehen?
    • Wirken Ihre Benefits überzeugend und können sie begeistern?

    Sollte das zutreffen, haben Sie vieles richtig gemacht. Andernfalls überdenken Sie Ihr Angebot sorgfältig. Eine Hilfe kann es sein, sich Tipps von KollegInnen aus dem Fachbereich zu holen. Hilfestellung, um Attraktivitätsmerkmale optimiert darstellen zu können, leistet Ihnen natürlich auch jederzeit Ihre Agentur.



    Titelbild: Unsplash: © Jacqueline Munguía

    Hinweis: Obgleich in diesem Beitrag nicht immer geschlechtsneutrale Formulierungen verwendet werden bzw. Schreibweisen, die die Gleichstellung der Geschlechter zum Ausdruck bringen, sind natürlich Männer und Frauen sowie Intersexuelle gleichermaßen gemeint.

    Tina Schwarze

    ist Ihre Ansprechpartnerin für alle Anfragen rund ums Thema Content. Im Blog schreibt sie vorwiegend zu den Themen Personalmarketing und Employer Branding.

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