16. Februar 2015 Keine Kommentare

Print vorne: Tageszeitungen 1. Wahl für die Jobsuche

Die Studie Jobsuche 2015 zieht ein deutliches Resümee: Stellenangebote in Tageszeitungen gelten als Top-Quelle für die Suche nach der neuen beruflichen Herausforderung. 46 Prozent der Befragten orientieren sich primär am Angebot der klassischen Stellenmärkte. Persönliche Kontakte werden ebenfalls als besonders dienlich erachtet, um beim neuen Arbeitgeber zu landen (37 Prozent). Die Plätze 3, 4 und 5 (35 Prozent) gehen an Online-Kanäle, und zwar in Form von Jobportalen, Unternehmensseiten und Suchmaschinen wie Google. Aber: Was heißt denn das nun konkret für deutsche Personaler?

Die Studie zeigt, dass Print weiterhin einen festen Platz für die Stellensuche einnimmt. Stellenangebote in Tageszeitungen werden von den 1.001 Studienteilnehmern als das bevorzugte Mittel wahrgenommen, um auf neue Herausforderungen zu stoßen. Keine Frage – auch die Online-Kanäle sind stark. Hier ist aber mehr Eigeninitiative gefragt. Erst, wer aktiv über den Jobwechsel nachdenkt, wird selbst tätig, schmeißt den Rechner, das Smartphone oder Tablet an und richtet seinen Blick bewusst auf die Auswahl im Netz. Wohlgemerkt: auf die eigene, über Suchkriterien definierte Auswahl. Etliches entgeht uns, viel Potenzial verpufft ungenutzt in den Weiten des Internets – schade.

Zweifelsohne müssen die Ergebnisse der Studie schon aufgrund der möglichen Mehrfachnennungen differenziert betrachtet werden. So ist die Gesamtquote bei der Nennung der Online-Informationswege weitaus öfter als bei den beiden Printkanälen. Hier wird nicht zureichend beleuchtet, dass die Bandbreite der Möglichkeiten im Online-Sektor wesentlich größer ist. Zugleich gibt es keine genauen Angaben zur Zielgruppe sowie zum Ausbildungsgrad, sodass sich keine valide Aussage hinsichtlich des Verhaltens konkreter Berufsgruppen treffen lässt.

Print immer noch stark

Dennoch: Dass Print als Qualitätsmedium in Sachen Karrieregestaltung wahrgenommen wird, verwundert nicht. Dies hat im vergangenen Jahr bereits unser Medialeistungstest 2014 bewiesen. Über Print lassen sich im Besonderen die High Potentials gewinnen, die eigentlich nicht aktiv auf Jobsuche sind. Beiläufig bei der Zeitungs- beziehungsweise Fachzeitschriftenlektüre lockt die neue Herausforderung.

Kluge Köpfe sollten letztendlich aber auf einen ausgewogenen Medienmix setzen. Crossmedialität ist im Recruting oftmals der Schlüssel zum Erfolg. Die medien- und verlagsübergreifende Mischung aus Print und Online fördert die gesuchten Talente zu Tage. Die Kombination wirkt, da sie die Stärken der unterschiedlichen Kanäle nutzt. Das ist auch gut so: Denn das heißt folgerichtig, dass sowohl die latent als auch die aktiv Suchenden erreicht werden.

Preis-Leistungs-Kritik ohne Wind in den Segeln

Die Kritik hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses im Printbereich ist heute nur noch bedingt berechtigt. An dieser Stelle – und das ist entscheidend – wird von vielen HR-Verantwortlichen noch zu kurz gedacht. Denn neue Recruiting-Produkte, bei denen dieses Preis-Leistungs-Verhältnis mehr als stimmt, sind schon längst im Markt vorhanden und etablieren sich just in diesem Moment. Sie ebnen den Weg zu hoch qualifizierter Kandidaten, die händeringend gebraucht werden.

Was andere Stimmen zur Studie sagen und worüber debattiert wird, lesen Sie hier.


Autor: Mike Heyden

Titelbild: (CC BY-ND 2.0) by Rupert Ganzer

Mike Heyden

ist Texter, Exil-Hamburger und kreativer Kopf. Im Blog schreibt er vor allem zu den Themen Personalmarketing und Employer Branding.

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