31. Januar 2017 Keine Kommentare

Wir brauchen mehr Digitalkompetenz!

Landschaft durchs Smartphone betrachtet

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt radikal. Die daraus resultierenden „neuen“ Herausforderungen und Aufgaben sind Dauerthema. Laut schallt der Appell nach mehr Digitalkompetenz durch Seminar- sowie Konferenzräume und natürlich allem voran durchs Netz. Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Der ewige Ruf nach mehr Digitalkompetenz verstummt nicht. Und für all jene, die dies als vorübergehenden Hype interpretieren: Das wird er auch nicht. Unsere Lebens- und Arbeitswelten befinden sich mitten im Umbruch. Vernetzung wird immer wichtiger, Prozesse und Abläufe digitalisieren sich zunehmend. Ein Umdenken (lieber früher als später) ist unumgänglich, Wissens- und Verständnisgrenzen müssen überwunden werden. Also, heraus aus der Komfortzone!

Im Grunde nehmen wir bereits an vielen digitalen Prozessen teil – ganz unbewusst, weil es einfach selbstverständlich ist. Wir googeln statt den Brockhaus zu bemühen. Wir nutzen Bewerbermanagementsysteme, nehmen an Webinaren teil und rufen zu jeder beliebigen Tageszeit Daten und Informationen ab. Wir tauschen uns via WhatsApp, Xing und Facebook aus, statt Postkarten und Briefe zu schreiben – außer wir handhaben es besonders offiziell oder originell.

Digitale Kompetenz als Pflicht(-fach)

Der Wandel ist aber deutlich komplexer und vollzieht sich schnell. Jene, die sich nicht mit der digitalen Transformation und deren Konsequenzen auseinandersetzen, drohen den Anschluss zu verlieren – auch beruflich. Dabei ist die Bedeutung von ausreichender Medienkompetenz sowie technisch-digitalen Kenntnissen für bessere Zukunftschancen auf dem Arbeitsmarkt durchaus im Bewusstsein verankert, wie neueste Studienergebnisse beweisen.

Gemäß einer Bitkom-Umfrage fordert ein Großteil der 1.011 befragten Eltern schulpflichtiger Kinder einen festen Platz für Digitalinhalte im Schulunterricht, zum Beispiel hinsichtlich des Datenschutzes im Internet (73 Prozent), der Berufschancen in der digitalen Wirtschaft (66 Prozent) und des richtigen Verhaltens in Chats und sozialen Netzwerken (65 Prozent).

Heute bestimmen noch vorrangig das private Umfeld und das persönliche Interesse, inwiefern Kinder und Jugendliche auf die digitale Welt vorbereitet werden. Das Schulsystem hinkt hinterher. Während Kurvendiskussionen und Mendelsche Regeln auf das Leben vorbereiten sollen, bleiben digitale Inhalte Sonderthemen. Sollte das Wissen um Programmiersprachen und deren Anwendung nicht vielleicht schon längst einen ähnlichen Stellenwert genießen wie solide Fremdsprachenkenntnisse? Wir leben schließlich nicht nur in Zeiten der Globalisierung, sondern auch der Technisierung.

Wissen gewinnen und Wissen halten

Fachkräfte mit entsprechendem Know-how sind gefragt wie nie und in der logischen Konsequenz schwer zu gewinnen. Via Fortbildungen sollen nunmehr auch bestehende Mitarbeiter weiterqualifiziert werden. Aber wie bereitet man sich nun im eigenen Unternehmen ganz konkret auf den Wandel vor und wie funktioniert das am besten? Wie können und sollten Mitarbeiter fit gemacht werden, um das Wissen für das Unternehmen auch für die Zukunft zu sichern?

Den einen Masterplan gibt es nicht. Für die Arbeit der Zukunft sind aber eine Auseinandersetzung mit möglichen Antworten und eine daraus abgeleitete Strategie zwingend erforderlich. Und selbst wenn sich Personalverantwortliche nicht unbedingt als Treiber der digitalen Transformation und deren Umsetzung im Unternehmen sehen (müssen), so fallen doch etliche der zuvor gestellten Fragen in ihren Verantwortungsbereich und schaffen die Notwendigkeit, sich fachlich aufzurüsten.

Willkommen in der neuen Arbeitswelt

Datenanalyse sowie Dateninterpretation sind keine Fähigkeiten, die nur für IT-Experten von Bedeutung sind, sondern Skills, die für Jedermann wichtig und erlernbar sind. Personalverantwortliche müssen nicht nur Fachkräfte mit Digitalkompetenz erkennen und finden, sondern diese auch selbst beweisen. Denn viele Abläufe sowie Kommunikationsprozesse laufen heute komplett digital ab und müssen praktiziert und nachvollzogen werden können.

Noch ist vieles schwer zu erfassen und es fehlt nicht selten an Orientierung. Ganz gewiss wird die Digitalisierung uns immer wieder vor neue Herausforderungen stellen und Irritationsmomente mitbringen. Mithilfe von Aufgeschlossenheit, Neugierde, Interesse und Know-how, das es jetzt anzueignen gilt, sollten diese aber zu bewältigen sein. Vor allem sollten wir eines nicht vergessen: Die Digitalisierung eröffnet zahlreiche Chancen und attraktive Möglichkeiten, für die sich der Weg zu gehen, garantiert lohnt.


Autorin: Tina Kalthöfer

Titelbild: pixabay.com: © Unsplash

Tina Schwarze

ist Ihre Ansprechpartnerin für alle Anfragen rund ums Thema Öffentlichkeitsarbeit. Im Blog schreibt sie vorwiegend zu den Themen Personalmarketing und Employer Branding.

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