1. Juni 2017 Keine Kommentare

dee:p17 – eine Reise wert

Es ist mittlerweile eine kleine Tradition geworden, dass im Mai oder aber spätestens im Juni Hamm zu einem Treffpunkt für HR-Gestalter wird. Und so fanden sich am 18. Mai zahlreiche Gäste trotz Temperaturen über 30 Grad, langer Anreisewege – u. a. aus der Schweiz und Irland – und einiger Bahnverzögerungen bei uns in der Kreativ-Allee ein. Herzlich willkommen zur dee:p17!

Pünktlich zur dee:p in diesem Jahr gab die Sonne alles und so entwickelte sich die Dachterrasse mitsamt gut gekühlter Getränke schnell zum Magneten der Vorabendveranstaltung am 17. Mai und schaffte zugleich den perfekten Rahmen für das Barbecue zum Ausklang des spannenden Vortragstages. Ein kulinarisches und (personalmarketing-)inhaltliches Verwöhnprogramm auf dem „Landsitz“ von WESTPRESS urteilte Jo Diercks. Da sagen wir gerne: Vielen Dank!!

Es ist zugegebenermaßen etwas kniffelig, ein buntes Vortragsprogramm auf die Beine zu stellen, dass für HR-Einsteiger wie -Profis, Event-Routiniers (wenn man das so sagen darf) sowie Verlagsvertreter gleichermaßen Diskussionsstoff und Anknüpfungspunkte bietet. Die gemeinsame Erlebnis-Reise mit Stationen im Jobbörsen-Orbit, einem Einstieg in die künstliche Intelligenz und deren Nutzen fürs Personalwesen sowie einem spannenden Abstecher ins Bewusstsein des Bewerbers sollte jedoch für jeden Geschmack etwas bereithalten.

Eine kleine Zeitreise

Etwa 60 Gäste waren unserer Einladung nach Hamm gefolgt – darunter HR-Verantwortliche von Großunternehmen, etwa die Deutsche Bank, die KfW, RWE, McDonald’s, die Deutsche Telekom, Bayer und die Deutsche Flugsicherung sowie von medizinischen Versorgungseinrichtungen, z. B. die Universitätsmedizin Göttingen, die Barmherzigen Brüder Trier, das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus und die Imland Kliniken. Auch Verlags- und Agenturvertreter, beispielsweise von Indeed, der Berliner Morgenpost, der Rheinischen Post und Wolters Kluwer, waren zugegen.

Als „Wiederholungstäter“ nahm Raoul Fischer (W&V) geübt das Steuer in die Hand und führte als Moderator durch die Veranstaltung. Das Programm eröffnete Gastgeber Christian Hagedorn mit einem Impulsvortrag, in dem er die Teilnehmer auf eine Entdeckungs- und Wissensreise einlud. Start: ein historisches Reisebüro mit Pauschalangeboten für Jedermann; Ziel: eine typgerechte Individualberatung im Wohlfühlumfeld, die ein positives Urlaubserlebnis garantiert. Was das mit Recruiting zu tun hat? Eine ganze Menge, wie sich im Verlauf des Tages zeigen sollte.

Die erste Parallele zog Dr. Peter Langbauer (stellenanzeigen.de), indem er die Entwicklung von Online-Jobbörsen veranschaulichte: von den ersten Anfängen bis hin zum hochdiversifizierten Dienstleister in der heutigen Zeit. Wer am Markt bestehen will, muss sein Angebot an die gegenwärtigen Gegebenheiten und die individuellen Bedürfnisse der Kunden anpassen – natürlich jeweils unter Berücksichtigung der technischen Möglichkeiten.

Echte Persönlichkeiten und ausgezeichnete Ideen

Für ein echtes Überraschungsmoment sorgte Peter Kolb (LogOn Consulting), indem er seinen Vortrag aus dem Off begann. Zugleich setzte er damit ein klares Statement: Ein Recruiting ganz ohne den Menschen ist derzeit unvorstellbar. Zu wichtig ist noch der unmittelbare Austausch face-to-face. Denn obgleich er überzeugend technologiegestützte Auswahlprozesse mit beeindruckenden Matching-Ergebnissen präsentierte, ergänzte er ebenso, dass wohl niemand allzu schnell auf den persönlichen, realen Ansprechpartner verzichten möchte.

Peter Kolb (LogOn Consulting) referierte über Künstliche Intelligenz im Recruiting

Um „echte“ Persönlichkeiten und originelle Kampagnen ging es unter anderem bei der Verleihung der PMI-Awards. Marcel Rütten, HR-Manager bei der Kindernothilfe, wurde als Personalmarketing Innovator 2017 ausgezeichnet. Bislang unnachahmlich schafft er Personalmarketing-Lösungen, indem er auf moderne Tools und ein Alumni-Netzwerk für Praktikanten setzt. Das gelingt ihm zum einen außerordentlich erfolgreich, zum anderen mit einem außergewöhnlich geringen Budgeteinsatz.

Den Award Personalmarketing Innovation 2017 sicherte sich Sixt durch die smarte Einbindung des Messengers Snapchat in die Bewerberkommunikation. Das Konzept: Zielgruppen snappen für Zielgruppen, denn bei Sixt teilen Azubis, Studenten und Praktikanten in eigener Verantwortung, was ihnen in den Sinn kommt. Das erfordert ein absolut hohes Vertrauen in die jungen Mitarbeiter und zugleich den Mut, die Zügel nahezu vollständig aus der Hand zu geben. Nach zahlreichen Gratulationen (digital wie analog) und dem obligatorischen Pressefoto ging es dann in die wohlverdiente Mittagspause, die kleine Köstlichkeiten versprach.

Experimente und Erfahrungsberichte

Jeweils von Referenten gefürchtet ist wohl das „Suppenkoma“. Doch Dr. Benny Briesemeister (FU Berlin) wusste schnell mit der richtigen Kombination aus Witz und Wissenschaft die Aufmerksamkeit der Teilnehmer nach der Mittagspause zurückzugewinnen. Anhand von Studien, Praxisbeispielen und einem kleinen Experiment, dem sich die Zuhörer stellen durften, zeigte der Psychologe, welche neuen Erkenntnisse die Neurowissenschaften für das Personalmarketing bereithalten. Vor allem fürs Recruiting sollten wir uns merken: So sehr wir uns um Rationalität bemühen, sind es diverse Reize/Signale, die uns stets in der Entscheidungsfindung beeinflussen – ob wir wollen oder nicht ;-)

Die ideale Reise, die einen optimalen Eindruck hinterlässt und für schöne Erinnerungen sorgt – darum geht es in der Touristik und ebenso im Recruiting. Denn erfreuliche Erlebnisse verbinden und bleiben im Gedächtnis. Genau das hob auch Christoph Athanas (metaHR) hervor, einer der bekanntesten Candidate-Experience-Experten Deutschlands. Er stellte Ergebnisse aus der aktuellen Candidate Journey Studie 2017 vor und verdeutlichte, dass eine Kandidatenreise von der Ausschreibung bis hin zum Onboarding stets sorgfältig durchdacht und bewerbergerecht begleitet werden sollte. Damit der passende Kandidat zum loyalen Mitarbeiter wird und bleibt.

Jeweils in den Vorjahren hatte es sich bewährt, einen themenfremden Fachvortrag in das Programm einzubinden. So nahm Monika Keunecke (Training for you) die dee:p-Gäste mit auf die letzte gemeinsame Reise des Tages – und zwar zum Ironman auf Hawaii. Ganz nach dem Motto: Raus aus der HR-Komfortzone und rein in eines der größten Sportevents unserer Zeit. Ob die 11-fache Ironman-Finisherin mit ihrem extremen sportlichen Ehrgeiz potenzielle Nachahmer gewinnen konnte, wird sich wohl in den Folgejahren zeigen.

Fazit

Wir nutzen die Gelegenheit an dieser Stelle für ein ganz persönliches Fazit. Die anderthalb dee:p-Tage waren aufregend, spannend, erkenntnisreich, unterhaltsam und zugegebenermaßen gab es an zwei Abenden ein paar müde Füße, die sich aber schnell erholten ;-) Wir haben die Zeit mit unseren Gästen, die vielen tollen Gespräche sowie die Vorträge absolut genossen. Es war ausgesprochen schön, neue Bekanntschaften zu schließen und „alte“ Freunde wiederzusehen. Und nun gilt: Nach der dee:p17 ist vor der dee:p18. Bis bald!!


Autorin: Tina Kalthöfer

Tina Kalthöfer

ist Ihre Ansprechpartnerin für alle Anfragen rund ums Thema Öffentlichkeitsarbeit. Im Blog schreibt sie vorwiegend zu den Themen Personalmarketing und Employer Branding.

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